Titel: Ein oder zwei Dinge II.
„Sag mir, was hast du vor mit deinem einzigen, wilden und kostbaren Leben?“ Mary Oliver.
Virginia Rivas hüllt uns in eine Landschaft aus Schönheit und Ruhe, aus Schmerz und Verlust, um unseren Blick zu fangen und uns zu einer Übung der Achtsamkeit für das, was uns umgibt, zu führen.
Autorin: Virginia Rivas
Titel: Ein oder zwei Dinge II.
Technik: Acryl und Graphit auf Leinwand.
Maße: 33 x 24 cm.
Einzelstück.
Jahr: 2025.
„Jedes Mal, wenn ich nach Hause komme – jedes Mal – liebt mich jemand dort. Bis dahin verweile ich in der gewohnten und dunklen Ruhe wie eine gewöhnliche Kiefer.“ Mary Oliver.
Unsere Welt ist die neue Einzelausstellung von Virginia Rivas in der DDR Art Gallery, in der sie sich vom gleichnamigen Buch von Mary Oliver und Molly Malon inspirieren lässt, um ihr unmittelbares Umfeld neu zu interpretieren. Die Ausstellung rettet erlebte Szenen in einem Akt der Dekonstruktion, um ihre Alltagserfahrung zu verallgemeinern. Wie ein Logbuch extrapoliert sie Gespräche und Momente, die sie auf die Leinwand bringt, durch Farben, Formen und kurze „objektive“ Texte, die jedoch die gleiche abstrakte Konzeption wie der Rest des Werkes besitzen. So wie Mary Olivers Poesie eine Botschaft über die Notwendigkeit, unser Leben bewusst und vital zu leben, aussendet: „Sag mir, was hast du vor mit deinem einzigen, wilden und kostbaren Leben?“, hüllt Virginia Rivas uns in eine Landschaft aus Schönheit und Ruhe, aus Schmerz und Verlust, die unseren Blick fängt und uns zu einer Übung der Achtsamkeit für das, was uns umgibt, führt.
Rivas' Projekte bewegen sich zwischen konzeptionellen und sozialen Themen, indem sie die Akustik der Landschaft, die Psychologie der Farbe, Erinnerungen, den Alltag, die Frau und eine Reihe von Themen behandeln, die ihr Interesse an der Verbindung zwischen Individuum und Umwelt aufzeigen, was sie in ortsspezifischen Vorschlägen materialisiert, wie dem, den sie uns diesmal in den Raum in der Calle Encomienda in Madrid bringt. Wie sie selbst ausdrückt, ist ihre künstlerische Praxis ein Akt des Erinnerns, eine poetische Geste. Und Unsere Welt bestätigt dies. Ebenso kann man ihren Eifer bei der unermüdlichen Suche innerhalb der malerischen Praxis beobachten, mit autonomen Bedeutungselementen, die bereits ihre lyrische Abstraktion umhüllender Atmosphären kennzeichnen.
In ihrem letzten Projekt, das im Museo Barjola unter dem Titel Los espacios en blanco (Die leeren Räume) präsentiert wurde, zitiert ihr Kurator Adonay Bermúdez „Charles Taylor und seine Verteidigung der persönlichen Identität als kollektiven Dialog, der mit den Beziehungen und Werten verbunden ist, die zwischen verschiedenen Individuen innerhalb einer spezifischen Gemeinschaft geteilt werden.“ Und wieder positioniert sich die Künstlerin dort, in dieser kollektiven Erinnerung, mit der Absicht, eine Landschaft zu schaffen, in der sich jeder repräsentiert fühlen kann.
©Virginia Rivas. © DDR ART GALLERY
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